7. November 2018

EichhörnchenDas Eichhörnchen, oft auch als mitteleuropäisches Eichhörnchen bezeichnet, ist der einzige Vertreter der Gattung der Eichhörnchen, welches in Mitteleuropa natürlich vorkommt. Die Bezeichnung europäisches Eichhörnchen wird gewählt, um es von dem Grauhörnchen und dem kaukasischen Eichhörnchen zu unterscheiden. Das Eichhörnchen ist ein Nagetier.

Wie erkennt man ein Eichhörnchen und was gibt es zu wissen?

Der Körper des Eichhörnchens ist an seine Lebensweise perfekt angepasst. Das Tier wiegt in der Regel zwischen 200 Gramm und 400 Gramm und wird ca. 40cm lang, wobei 20cm bis 25cm hierbei der Kopfrumpflänge entsprechen, also der gemessenen Länge von der Schnauzenspitze bis zur Schwanzwurzel. Der Schwanz, der zweizeilig behaart ist, wird dann noch einmal ca. 15cm bis 20cm lang und er dient als Balancierhilfe und Steuerruder, welcher beim Gehen stets aufgerichtet ist. Es ist nicht möglich ein Eichhörnchen aufgrund von Form und Farbe als männlich oder weiblich zu bestimmen.

Eichhörnchen gehören zu den so genannten Sohlengängern. Sohlengänger sind Landwirbeltiere, die bei der Fortbewegung die gesamte Sohle auf den Boden auflegen. Die Vorderpfoten des Eichhörnchens sind mit vier Zehen bestückt, die über lange und bewegliche Krallen verfügen. Die Hinterläufe sind sehr kräftig und lang. Die gebogenen und starken Krallen dienen dem Tier als unverzichtbare Hilfe beim Klettern.

Das Fell des Eichhörnchens kann recht seidig, aber auch so grob sein… Die Werte variieren hier von 8.000 bis 10.000 Haaren pro cm². Am Bauch und auf dem Rücken werden die Haare bis zu 23mm lang, an der Schnauze nur ca. 11mm. Die Haare auf dem Rücken sind dabei in diversen rötlichen und bräunlichen Tönen einzuordnen, während das Fell im Bauchbereich farblich deutlich abgetrennt eher in weiße geht, bzw. creme Farben aufweist. Auch interessant zu erwähnen ist, dass das Winterfell eines Eichhörnchens auch schon mal ins graue gehen kann, da es deutlich dunkler und auch dicker und dichter ist.

Wie verhalten sich Eichhörnchen?

Eichhörnchen sind normalerweise Einzelgänger. Zur Paarungszeit allerdings verfolgen die Männchen die Weibchen durch die Baumkronen. Es kann auch ab und zu vorkommen, dass die Tiere außerhalb der Paarungszeit in Gruppen leben, da teilen sie sich denselben Kobel. In einer Gruppe dominieren die großen und alten Tiere die kleineren jüngeren. Männchen sind Weibchen derselben Größe und desselben Alters gegenüber eher dominant als gegenüber älteren und größeren Weibchen.

Die erste Paarung der Eichhörnchen findet im Januar bis Februar statt. Die Männchen Eichhörnchenwerden durch Sekrete angelockt, die von den Weibchen verströmt werden. Bei der Annäherung kommt es zu hektischen Verfolgungsjagden, auch durch die Baumkronen – Sollte das Weibchen allerdings nicht bereit zur Paarung sein, ist ein Kampf nicht selten die Folge. Meistens jedoch ist das Weibchen in so einem Fall bereit zur Paarung und so wird das Verfolgen zu einem Spiel. Tage später danach kommt es dann zur eigentlichen Paarung. Es gibt für Eichhörnchen zwei Paarungszeiten. Die erste Paarung findet im Januar bis Februar statt mit dem Wurf dann im März bis April und eine weitere Welle im Frühjahr mit dem Wurf dann zwischen Mai und August. Wenn die Nahrung aber knapp ist zu Beginn des Jahres dann entfällt die erste Paarungszeit oft. Eichhörnchen sind außerdem polygyn, das bedeutet, dass ein Männchen das Weibchen kurz nach der Paarung wieder verlässt und mehrere Weibchen begatten wird, mit der Aufzucht der Jungtiere haben sie nichts zu tun

Wie ziehen Eichhörnchen ihre Jungen auf?

Die Schwangerschaft der Eichhörnchen dauert ca. 38 Tage an, dann kommen zwischen einem und sechs Jungtiere in einem Kobel zur Welt. Die Jungtiere sind Nesthocker, das heißt, dass sie bei der Geburt nackt, blind und taub sind. Die Körperlänge beträgt 6cm, extra 3cm für den Schwanz und sie wiegen ungefähr 9 Gramm. Nach 20 Tagen dann sind die Jungtiere vom ersten Haarflaum komplett bedeckt und auch die ersten Zähne brechen bei ihnen durch. Nach 30 Tagen dann öffnen sie die Augen. Nach ungefähr 50 Tagen dann verlassen sie erstmal das, nach 60 bis 70 Tagen dann werden sie von der Mutter nicht mehr gesäugt und suchen selbstständig nach Nahrung.

Jungtiere bleiben jedoch mehrere Monate noch in der Nähe des mütterlichen Nests, sie gelten bereits nach 11 Monaten als geschlechtsreif, ziehen allerdings erst nach ca. 2 Jahren selbst Jungtiere groß. Traurigerweise überleben etwa 80% der Jungtiere ihr 1. Jahr auf dieser Welt nicht. Sollte ein Eichhörnchen jedoch das 1. Jahr überleben, erwartet sie ein Leben von ca. drei Jahren. In selteneren Fällen werden Eichhörnchen sieben Jahre alt, in Gefangenschaft sogar bis zu 10 Jahren.

Was fressen Eichhörnchen?

Eichhörnchen sind Allesfresser, aber ihre Nahrung kann abweichen, je nach Jahreszeit. Auf dem Speiseplan der pelzigen Tiere stehen unter Anderem… Beeren, Früchte, Samen, Rinde, Knospen und auch Würmer und Flechten. Sogar Vogeleier und junge Vögel stehen auf dem Speiseplan dieses kletternden Tieres.

Die niedlichen kleinen Nager beginnen im Herbst damit, die Reserven für den Winter zu Eichhörnchenhorten. Dabei ist es zwar sehr wichtig, dass der Nahrungsvorrat groß genug angelegt wird, leider nur gelingt dies nicht immer, sodass es leider auch vorkommt, dass einige Tiere in strengen Wintern schlichtweg verhungern. Übrigens vergraben Eichhörnchen ihren Vorrat oft in Nähe von Wurzeln oder unter Baumrinden, sie lagern ihn niemals in ihrem Nest.

Wo kommen Eichhörnchen vor?

Die Verbreitung vom eurasischen Eichhörnchen umfasst ganz Europa und Teile von Großbritannien, Irland und große Teile von Nordasien bis an die pazifische Küste in Kamtschatka, China und Korea. In Europa fehlt das bekannte Nagetier nur in einigen Regionen in Spanien, Italien und Portugal. In den Balkanregionen ist das pelzige Tierchen sehr selten und auf den Inseln des Mittelmeers ist es praktisch nicht existent.

Eichhörnchen kommen bis in eine Höhe von 2.000m vor, in den Alpen sogar bis 3.100m. Der natürliche Lebensraum ist der Nadelwald, das gilt für alle oben genannten Gebiete. Lediglich in Europa zählen zum Lebensraum des Eichhörnchens auch Laubwälder und Mischwälder. Als Kulturfolger findet man die Tiere heute auch sehr häufig in Parks und Gärten.

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